KBO – Konkurrenzbeobachtung in den Printmedien

Anforderung

Um die Entwicklung des Zeitschriftenmarkts im Vergleich zum eigenen Produktportfolio kontinuierlich beobachten zu können, sollte das hostbasierte Analysetool eines großen Hamburger Verlagshauses als Client-Server-System reimplementiert werden.

Eingang in das System mussten die eigenen Verkaufszahlen und die der Konkurrenzprodukte finden. Da von letzteren nur die Daten weniger Großhändler vorlagen, war eine wichtige Anforderung die statistische Hochrechnung auf die gesamte Bundesrepublik. In fest definierten Abständen sollten auf dieser Basis Entscheidungsträger Reports mit aussagekräftigen Zahlen zur Marktentwicklung erhalten. Abfolge und Darstellung von Kategorien und Zahlenwerk sollte auf User- und Administrator-Ebene in definierten Grenzen anpassbar bleiben.

Umsetzung

Die Reporterstellung musste vor allem schnell sein, das Report-Tool leicht zu konfigurieren und zu warten.

Dem Verlag war Portabilität und Kompatibilität sehr wichtig. Als zu verwendende Datenbank wurde zwar Sybase vorgeschrieben, der Code sollte aber mit geringem Aufwand auf ein anderes DBMS übertragbar sein. Für die Client-Entwicklung musste eine portable Klassenbibliothek zum Einsatz kommen, da im Verlag sowohl Windows-, als auch Macintosh-Rechner installiert waren. Weiterhin sollte sich das System nahtlos in die vorhandene Applikationslandschaft auf dem Server integrieren und auf den gemeinsamen Datenstamm zugreifen.

Gemeinsam mit dem Verlag entwickelten wir das Gesamtkonzept und planten Aufbau und Werdegang des Systems in zwei Schritten.

Im ersten Schritt wurden der Application-Server, die Datenbank und der Client erarbeitet – eine klassische 3-Tier-Architektur. Der Client entstand in enger Zusammenarbeit mit den Usern. Dadurch entstand ein optimales Interface, das mehreren Benutzern die Manipulation der Daten und die Steuerung des gesamten Prozesses ermöglicht. Der Application-Server vereint die Steuerungsroutinen, die statistische Hochrechnung und die Verdichtung der in der Datenbank gesammelten Zahlen, die mittels Importroutinen aus unterschiedlichen Quellen eingespeist werden.

Bei diesem Projekt verzichteten wir – entgegen unserer Entwicklungsphilosophie – auf die Verwendung von Stored Procedures, also der Einbindung von Programm-Logik auf der unteren Datenbank-Ebene, um die geforderte einfache Portabilität zu gewährleisten. Die geforderte Flexibilität und der Funktionsumfang erforderten in einem zweiten Schritt die Entwicklung eines eigenen Report-Writers. Die Kommunikation zwischen Application-Server, den Clients und dem Report-Writer wurde mittels Remote Procedure Calls (RPCs) realisiert.

All dies wurde in zwei Personenjahren realisiert.